Vergaser
Beschreibung
Beim Vergaser, der alle vier Zylinder versorgt, handelt es sich um einen HorizontaIstrom-Solex-Vergaser, der sich aus folgenden Teilen zusammensetzt:
| Gegenstand | Spezifikation |
| Venturirohr Durchmesser | 24 mm |
| Hauptdüse | 1050 |
| Hauptluftdüse | 557 |
| Leerlaufdüse | 51 |
| Leerlaufluftdüse | 6 |
Vergaserfunktion
Schwimmerkammer
Die Schwimmerkammer mit ihrem Nadelventil ist ein Gefäß, das den Kraftstoff von der Kraftstoffpumpe
auffängt und ihn auf einem konstanten Pegel hält. Der Schwimmer reagiert auf die Auf- und Abbewegung
des Kraftstoffstands und betätigt das Nadelventil.
Leerlaufgemisch
Gemäß Abb. 4-2 fließt Kraftstoff aus der Schwimmerkammer durch die Hauptdüse und gelangt zur Leer-
laufdüse. Die Leerlaufluftdüse läßt Luft durch, mißt die Luftmenge ab und sendet sie zur Einlaßseite der
Leerlaufdüse, die dieses Gemisch aus Kraftstoff und Luft in den Leerlaufkreislauf entläßt, der durch Leer-
lauf- und Überströmkanal begrenzt wird. Diese beiden Kanäle führen zur Hauptbohrung in die Nähe der
Drosselklappe.
Beim Leerlauf wird das Leerlaufgemisch (von der Leerlaufdüse kommend) hauptsächlich vom Leerlauf-
kanal ausgesprüht und wird mit dem Luftstrom, der in die Hauptbohrung strömt, vermischt. Auf diese
Weise kann das Kraftstoff-Luftgemisch fetter oder magerer eingestellt werden, indem die Leerlauf-
regulierschraube entsprechend gelöst oder angezogen wird.
Hochgeschwindigkeitsgemisch
Zum Erzeugen des Hochgeschwindigkeitsgemisches werden zwei Kreisläufe in Aktion gesetzt. Ein Kreis-
lauf beginnt bei der Hauptdüse, die den Kraftstoff aus der Schwimmerkammer durchläßt und abmißt.
Dieser Kraftstoff wird mit der Luft, die von der Hauptluftdüse abgemessen wird, vermischt; dieses Ver-
mischen erfolgt im Düsenhütchen. Dieses emulsionierte Gemisch wird dann vom Hauptentlüftungsrohr in
das Venturirohr gesprüht.
Der andere Kreislauf tritt in Aktion, wenn der Ansaugrohrunterdruck abfällt, um die Membran in der An-
reicherungsvorrichtung unterhalb der Schwimmerkammer zu bewegen. Während sich die Membran be-
wegt, öffnet sich das darüberliegende Ventil und läßt Kraftstoff durch das im Kammerboden vorhandene
Loch ausströmen. Die Anreicherungsdüse mißt diesen Kraftstoff ab und sendet ihn zum Düsenhütchen,
von wo er in das Hauptentlüftungsrohr strömt und in das Venturirohr ausgesprüht wird.
Beschleunigerpumpensystem
Die Hauptvorrichtung dieses Systems ist eine Beschleunigerpumpe, die dafür sorgt, daß der Vergaser
ohne Verzögerung auf eine abrupte Betätigung des Gaspedals anspricht, während der Motor mit niedriger
oder mit Leerlaufdrehzahl läuft. Der Auslösehebel dieser Pumpe ist mit der Drosselwelle verbunden, so
daß der Hebel bei schnellem Öffnen der Drosselklappe die Membran nach oben drückt, wodurch das
Saugkugelventil geschlossen und das Entladungskugelventil geöffnet wird. Folglich wird der Kraftstoff in
der Pumpe durch die Pumpendüse in das Venturirohr gepreßt.
Überprüfen und Einstellen
Düsen
Die Düsen sauberwaschen. Die Löcher, in denen die Düsen sitzen, auswaschen und jedes Loch mit Druckluft freiblasen, wodurch eventuell festsitzende Fremdkörper entfernt werden.
Eine verstopfte Leerlaufdüse ist gewöhnlich für unruhigen Leerlauf des Motors verantwortlich.
Unruhiger Motorlauf im mittleren und hohen Drehzahlbereich und während der Beschleunigung ist oft auf eine verstopfte Hauptdüse, auf eine zugesetzte Hauptluftdüse oder zugesetzte
Öffnungen im Vergasergehäuse zurückzuführen.
Nadelventil
Die konische Spitze des Nadelventils unterliegt Abnutzung, da diese Spitze bei normaler Funktion des Nadelventils periodischen Kontakt mit der Austrittsöffnung hat. In geschlossenem Zustand des Nadelventils wird diese Spitze vom
Schwimmer gegen den Ventilsitz gedrückt.
Die konische Spitze und den Sitz auf Anzeichen von Ablagerungen untersuchen. Erforderlichenfalls den Sitz entfernen und reinigen. Eine abgenutzte Nadel, wie in Abb. 4-4 dargestellt, muß
ausgewechselt werden. Es sei daran erinnert, daß ein verstopftes oder schlecht sitzendes Nadelventil gewöhnlich für “Überfluten” des Vergasers verantwortlich ist.
Chokeventil (KaItstartklappe)
Sicherstellen, daß sich die Welle der Kaltstartklappe dreht, wenn der Chokeknopf ganz herausgezogen wird, und daß sich die Welle wieder in ihre Ausgangsstellung zurückdreht, wenn der Knopf wieder hineingedrückt wird.
Abb. 4-5 Kaltstartklappe (bei ganz herausgezogenem Chokeknopf)
Abb. 4-6 Kaltstartklappe (bei ganz híneingedrücktem Chokeknopf)
Gas- und Chokeseilzug
Diese Seilzüge auf Verschleiß und Reißen überprüfen, und sichergehen, daß jede Seilzugverbindung in einwandfreiem Zustand ist. Ein defekter Seilzug oder irgendein anderes defektes Teil muß ausgewechselt werden; beim Einsetzen eines neuen Seilzuges die Verbindungen gut und fest anziehen.
Abb. 4-7
Kraftstoffschlauch
Den Schlauch auf Risse und Anzeichen von Brüchigkeit untersuchen und erforderlichenfalls auswechseln. Den Schlauch ebenfalls auf Anzeichen von Undichtigkeit überprüfen. Sichergehen, daß der Schlauch völlig dicht ist, und daß seine Anschlüsse fest sitzen.
Abb. 4-8
Kraftstofftankdeckel
Dieser Deckel ist mit einer Gummidichtung versehen. Sichergehen, daß diese Dichtung in gutem Zustand ist, und daß der aufgesetzte Deckel fest sitzt und dicht abschließt.
Abb. 4-.9
Einstellen der Kraftstoffhöhe
Um festzustellen, ob der Kraftstoff in der Schwimmerkammer auf normaler Höhe gehalten wird oder nicht, das Fahrzeug auf ebenem Boden abstellen und durch das verglaste Prüffenster sehen. Wenn der Kraftstoffstand in der Mitte des Fensters sichtbar ist, arbeitet das Nadelventil einwandfrei.
Abb. 4-10
Eine Einstellung der Kraftstoffhöhe muß vorgenommen werden, wenn der Kraftstoff im Prüffenster zu hoch oder zu niedrig steht. Die Einstellung wird folgendermaßen durchgeführt:
1) D
en Schwimmerkammerdeckel entfernen und die Zunge ®, Abb. 4-11 hochbiegen (um den Pegel zu senken) oder nach unten biegen (um den Pegel anzuheben). Die Zunge ®ist mit dem Nadelventil in Kontakt.
Einstellen der Leerlaufdrehzahl und des Leerlaufgemisches
ZUR BEACHTUNG:Externer Drehzahlmesser erforderlich
Vorher nachkontrollieren, ob die Kühlwassertemperatur etwa 82°C beträgt,
Abb. 4- 72
das Chokeventil (Kaltstartklappel ganz geöffnet ist,
alle elektrischen Einrichtungen (Scheibenwischer, Heizung, Beleuchtung usw.) ausgeschaltet sind,
der Zündzeitpunkt innerhalb des vorgeschriebenen Bereiches liegt,
der Luftfilter richtig eingesetzt und in gutem Zustand ist.
[Einstellen der Leerlaufdrehzahl und des Leerlaufgemisches]
Die Leerlaufdrehzahl durch Regulieren der Leerlaufdrehzahl-Einstellschrabue @ so einstellen, daß der Motor mit 850 ± 50 U/min läuft.
Die LeerlaufgemischreguIierschraube® braucht gewöhnlich nicht eingestellt zu werden. Wenn jedoch die Einstellschraube zum Überholen des Vergasers entfernt wurde, ist eine Einstellung erforderlich wie folgt:
Die Leerlaufgemischregulierschraube® bis zum Anschlag anziehen, dann langsam wieder herausdrehen und dort stehenlassen, wo die Motordrehzahl am höchsten ist (idealer Leerlauf). Dann die Leerlaufdrehzahl mit Hilfe der Leerlauf-Einstellschraube(2) auf 850 U/min nachstellen.
VORSICHT:
Wenn Fahrzeuge in Ländern mit Abgasbestimmungen benutzt werden, die Auspuffgase mit einem Auspuffgastester überprüfen.
Falls der vorgeschriebene CO-Wert überschritten wird, die Leerlaufgemischregulierschraube ® verstellen.
Für den europäischen Markt die Schraube (2) mit Hilfe des Spezialwerkzeugs (09913-17310) einstellen.
Vorgeschriebene Leerlaufdrehzahl: 850 ± 50U/min
Abb. 4- 13




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