Bremsen
Das hydraulische Fußbremssystem der Modelle LJ80 und LJ8OV verwendet zwei Voreilbacken in der Vorderradbremsen und einen Voreil- und einen Nachlaufbacken in den Hinterradbremsen. Hydraulischer Druck wird vom Tandembremszylinder erzeugt, um die Radbremszylinder, jeweils zwei in jeder Vorderrad- und einer in jeder Hinterradbremse, über zwei unabhängige Kreislaufsysteme, eines für die Vorderradbremsen, das andere für die Hinterradbremse, zu betätigen.
Das Handbremssystern ist mechanisch; es besteht aus einer auf eine Gelenkwelle (am Übetragungsgetriebegehäuse ) montierten Bremstrommel und der Innenausdehnungs Doppelbackenbremseinheit (deren Bremsplatte mit dem Getriebegehäuse verschraubt ist). Diese sogenannte Mittelbremse wird durch den Handbremshebel über einen Seilzug betätigt.
Der Tandembremszylinder ist von der Konstruktion her einem gewöhnlichen Hauptbremszylinder ähnlich, der Hauptunterschied liegt jedoch darin, daß er zwei Kolben und vier Kolbendichtmanschetten hat, und daß der hydraulische Druck in zwei Kammern entwickelt wird, eine für die Vorderrad- und die andere für die Hinterradbremsen. Offensichtlich gewährleistet das Zweikreisbremssystem in den Modellen LJ80 und LJ8OV größere Sicherheit; bei Versagen eines Kreislaufsystems (Ausfall der Vorder- oder Hinterradbremsen) aufgrund von gebrochener Bremsleitung bleibt immer noch ein Kreislaufsystem zum Bremsen aufrechterhalten.
Funktion des Tandembremszylinders
Durch Betätigen des Bremspedals wird der Primärkolben “A” nach links gedrückt (in Abb. 19-3), um das Öl direkt davor für die Vorderradbremsen unter Druck zu setzen. Durch diesen Druck und durch die Spannung der Rückholfeder bewegt sich der Sekundärkolben “B” in gleicher Richtung, um das Öl für die Hinterradbremsen unter Druck zu setzen.
Einkreisfunktion (Ausfall Vorderradbremssystem)
Durch Betätigen des Bremspedals wird der Primärkolben “A” wie oben bewegt, aber, da das Vorderradbremssystem keinen Druck halten kann, wird das Öl direkt vor dem Kolben nicht unter Druck gesetzt. Während sich der Kolben “A” weiter bewegt, drückt er die Feder zusammen und beginnt nun, Kolben “B” zu betätigen, nachdem die Feder ganz zusammengedrückt ist. Von diesem Punkt an schiebt sich Kolben “B” nach vorne, um das Öl davor unter Druck zu setzen, und betätigt so die Hinterradbremsen.
Einkreisfunktion (Ausfall Hinterradbremssystem)
In diesem Fall hat die Linksbewegung des Kolbens “A” nur wenig Wirkung, um sein Öl zuerst unter Druck zu setzen (für die Vorderradbremsen), weil der anfängliche Druckanstieg den Kolben “B” veranlaßt, prompt nachzugeben und nach links auszuweichen. Sehr bald stößt jedoch das Vorderende des Kolbens “B” gegen die Stirnwand des Zylinders. Von diesem Punkt an ist die Linksbewegung des Kolbens “A” wirksam um das Öl davor für die Vorderradbremsen unter Druck zu setzen. Abb. 19-5 zeigt den Sekundärkolben “B” in Anschlagstellung.
Jeder Zylinder besitzt einen Kolben, über den er das Voreilende seiner Bremsbacke drückt. Anders ausgedrückt beginnen die Bremsbacken in einer “beißenden” Art gegen die Bremstrommel zu reiben, wenn hydraulischer Druck auf die Radbremszylinder ausgeübt wird, und entwickeln so schneller eine größere Bremskraft, wenn der Druck auf die Zylinder zunimmt (wenn die Maschine vorwärts läuft).
Die Bremsbacken sind in einer treibenden Weise an der Bremsplatte befestigt, wobei jede durch eine Rückholfeder in die Zusammenzugsrichtung gezwungen wird, während sie an ihren Nachlaufenden schwenkbar gelagert sind.
Jeder Radzylinder ist mit einem Einsteller versehen, der aus einer Rändelscheibe und einer Schraube besteht. Durch Drehen dieser Rändelscheibe wird die Schraube vor- oder zurückgestellt (auf der das Nachlaufende der Bremsbacke aufliegt), um den Abstand zwischen Bremsbacke und Trommel zu verkleinern oder zu vergrößern (Bremseinstellung). Die beiden Zylinder sind mit der Bremsplatte verschraubt; und ihre Rändelscheiben sind durch Löcher in der Bremstrommel zugänglich.
Wenn hydraulischer Druck auf den Radzylinder, der mit der Bremsplatte verschraubt ist, ausgeübt wird, bewegen sich die beiden Stößel dieses Zylinders nach außen, um die beiden Bremsbacken gegen die Spannkraft der Rückholfedern auseinander zu spreizen.
Die Bremseinstellung wird durch Drehen der gerändelten Schrauben des Einstellers vorgenommen. Diese Schrauben sind durch ein dafür vorgesehenes Loch in der Bremstrommel zugänglich.
Die Hauptbestandteile dieser Bremse sind die Einstellmanschette, Bremsbackenhebel, Bremsbackenspreizstrebe, Bremsbacken und Rückholfedern, die alle auf die Bremsplatte montiert sind. Die Bremstrommel ist mit der Gelenkwelle (Nr.1) verzahnt. Die Spreizstrebe, die dem Radbremszylinder in einer Radbremse entspricht, wird mechanisch gedreht, um so die Bremsbacken auseinanderzuspreizen und dadurch Bremskraft durch den Reibungskontakt der Bremsbeläge gegen die Trommel zu entwickeln.
Der Einkolbenzylinder, von dem zwei für die Vorderradbremse verwendet werden, ist dem Doppelkolbenzylinder ähnlich, außer daß er nur einen Kolben hat, während das andere Ende den Einsteller bildet.
Eine Entlüftungsschraube ist in der Zylinderwand angebracht. Diese Schraube ist ein Stopfen; sie soll nur entfernt werden, wenn Luft, die im System eingefangen ist, abgelassen werden muß.

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